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Aktuelles:

Neues Angebot der Brücke:

SKOLL - Selbstkontrolltraining
Zur Förderung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Suchtstoffen  

DownloadSKOLL-Flyer Antrag im PDF-Format

Für wen ist SKOLL geeignet?

  • Für Jugendliche und Erwachsene die ihren Konsum einschränken wollen
  • Für Menschen, die gesünder leben wollen und den Konsum von Alkohol, Zigaretten, Medikamenten oder illegalen Drogen beenden wollen
  • Für Schwangere/ werdende Eltern zum Schutz des Ungeborenen
  • Für Menschen die einer Suchterkrankung vorbeugen wollen

Voraussetzungen:

  • Offene Zusammenarbeit in der Gruppe
  • Bereitschaft zur Besprechung des eigenen Konsumverhaltens in der Gruppe
  • (eigener) Veränderungswille und regelmäßige Teilnahme

Ablauf:

  • SKOLL läuft über 10 Wochen- 1 Abend pro Woche à 90 Minuten pro Abend
  • Ziele setzt sich jeder Teilnehmer selbst

Inhalte:

  • Erstellen eines individuellen Trainingsplans
  • Erkennen von Risikosituationen für den Konsum
  • Umgang mit Stress und Konflikten
  • Einfluss des sozialen Netzwerks
  • Finden von hilfreichen Gedanken und alternativen Verhaltensweisen
  • Umgang mit Rückschritten und Krisen

Vor Beginn des Kurses findet eine 30-minütige Informationsveranstaltung statt, um alle Fragen zu klären. Über die gemachten Erfahrungen tauschen Sie sich (wenn gewünscht) in einem Nachtreffen aus.

Das Selbstkontrolltraining ist ein kostenfreies Angebot der Brücke e.V.
Ihre Ansprechpartnerin/ Anmeldung:
Sabine Hausner
Diplom-Sozialpädagogin (BA)
SKOLL-Trainerin
s.hausner@bruecke-burghausen.de
www.bruecke-burghausen.de (Fachstelle für Suchtprävention)
Berliner Platz 3
84489 Burghausen
Tel. 01577/1895994 oder 08677-985593

 

Die Brücke stellt sich neu auf:

Präventionsverein Pro Präventiv spendet 500 Euro an die Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis

Einen Scheck im Wert von 500 Euro überbrachten der Vorsitzende von Pro Präventiv Frank Springer (rechts) und Beisitzerin Waltraud Himpsl-Philibert (links) an Christina Huber (Mitte) Fachstelle für Suchtprävention Die Brücke e.V. für ein ganz besonderes Präventionsprojekt im Landkreis.
Interessierte und engagierte Schüler der 8. Klassen der Mittelschulen Altötting, Neuötting und Burghausen erhielten einen Einblick in das große Feld Sucht und wurden zu sogenannten Peers ausgebildet, sodass sie an ihrer Schule Ansprechpartner für Mitschüler werden konnten. Im Projekt bearbeiteten die Jugendlichen unter Anleitung der Fachambulanz für Suchtkranke, der Alt-/ Neuöttinger Jugendarbeit, der Fachstelle für Suchtprävention und den Jugendsozialarbeitern an Schulen der Mittelschulen Altötting, Neuötting, Burghausen unter anderem folgende interaktive Themen: Suchtentwicklung, Suchtprävention, Substanzkunde sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Problemlösungsstrategien. Ihr erlerntes Wissen zum Thema durften die Peers dann ihren jüngeren Mitschülern präsentieren und konnten/können Sucht nun auf verschiedene Art und Weise durch das ganze Schuljahr hindurch (und länger) an ihrer Schule zum Thema machen.
Dank der Spende des Vereins Pro Präventiv war es möglich dieses große Präventionsprojekt im Landkreis durchführen zu können und somit Jugendliche für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, Rauchen und Medien zu sensibilisieren.

 

Das Ende des Suchtparcours

Die Jungs der Neuöttinger Mittelschule versuchen mit einem Netz aus Gummibändern einen Turm aus Holzklötzen zu bauen.  − Fotos: Hiermeier

Die Jungs der Neuöttinger Mittelschule versuchen mit einem Netz aus Gummibändern einen Turm aus Holzklötzen zu bauen.  − Fotos: Hiermeier
Zum vorerst letzten Mal findet der Suchtparcours von Montag bis Donnerstag im Bürgerhaus Burghausen statt. Alle siebten bis zwölften Klassen der Schulen des Landkreises können durch Voranmeldung daran teilnehmen. Auch heuer sei der Ansturm wieder groß, jeder Vormittag sei ausgebucht, berichtete Sozialpädagogin Christina Huber. Gemeinsam mit Hannes Schwankner von der Burghauser Jugendpflege zählt sie zu den Organisatoren der Veranstaltung. Unterstützung erhält diese auch vom Gesundheitsamt sowie "der Brücke", Beratungsstelle bei Suchtproblemen.
Der Parcours besteht aus fünf verschiedene Stationen. Drei davon sind festgelegt (Persönlichkeit, Umfeld sowie Suchtentstehung); die übrigen zwei konnten sich die Lehrer vorab aussuchen. Je ein Mitarbeiter betreut eine Station. Genau das sei laut Huber und Schwankner auch das Hauptproblem. Es sei einfach nicht möglich genügend Fachkräfte für diese Zeit zu finden, deshalb könne der Parcours nächstes Jahr leider nicht mehr durchgeführt werden.

PNP vom 13.3.2013

 

Elternabend am 11. Juli 2011 im Maria- Ward Gymnasium in Altötting zum Thema Ess- Störungen

Ess- Störungen haben in den letzten Jahren, besonders unter Jugendlichen, stark zugenommen. Immer mehr Mädchen und zunehmend auch Jungen, erkranken, häufig schon in der Pubertät, an einer Ess- Störung. Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklung ist Aufklärung und Prävention für diese Altersgruppe unentbehrlich. Deshalb findet im Maria- Ward- Gymnasium vom 21. bis 28. Juli 2011 die interaktive Ausstellung „Der Klang meines Körpers“ statt. Organisiert wird diese Veranstaltung von den Präventionsfachkräften Roswitha Graf-Bauer von der Fachambulanz für Suchtkranke und Karin Schützenberger von der Brücke, Prävention und Suchtkrankenhilfe Burghausen e.V. Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass sie von fünf betroffenen Frauen, unter Mitwirkung ihrer Musiktherapeutin und einer Grafikerin, entwickelt wurde. Die Jugendlichen erhalten nicht nur sachliche Informationen, sondern bekommen auch tiefe Einblicke in den seelischen Zustand von Menschen, die an einer Ess- Störung erkrankt sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen nicht die häufig sehr bestürzenden Symptome der Erkrankung die wir von Bildern kennen. Die Betroffenen erzählen von ihrem Lebenswillen, den sie in eigenen Bildern, Texten und Musikstücken ausdrücken.

Ebenso wichtig ist eine Aufklärung der Eltern. Wie können Eltern die Signale einer beginnenden Ess-Störung erkennen und welche Hilfen können sie in Anspruch nehmen. Diese und weitere Fragen wurden am 11. Juli  um 19.00 Uhr im Maria- Ward -Gymnasium im Rahmen eines Elternabends beantwortet.

1. Erscheinungsformen

2. Multifaktorelles Ursachengef?ge

3. Hinweise f?r Eltern

4. Beratungsstellen

5. Ess- St?rungen PP

6. Klang meines K?rpers

 

Folgende Erkrankungen fallen unter den Begriff Ess- Störungen:

Ess-Störungen (eating disorders) sind psychische Krankheiten.

  • Magersucht  (Anorexia nervosa)
  • Ess-Brechsucht  ( Bulimia nervosa) und
  • Ess-Sucht (Binge Eating Disorder)
  • Adipositas/Übergewicht wird bis jetzt nicht zu den eigentlichen Ess-Störungen gerechnet

Charakteristische Merkmale:

Bei Magersucht ist dies das Unvermögen mit dem Hungern aufzuhören. Unvermögen mit dem Hungern aufzuhören.
Bei der Bulimie, die Unfähigkeit die Ess-Anfälle und das nachfolgende Erbrechen zu beenden. Anfälle und das nachfolgende Erbrechen zu beenden. Anfälle und das nachfolgende Erbrechen zu beenden.
Bei der Ess- Sucht die Ohnmacht sich nicht zu überessen. Sucht die Ohnmacht sich nicht zu überessen.


Die Erscheinungsformen von Ess- Störungen sind nicht immer scharf enge Beziehungen und Überlappungen zwischen den verschiedenen Ess Störungen sind nicht immer scharf voneinander abzugrenzen. Teilweise bestehen enge Beziehungen und Überlappungen zwischen den verschiedenen Ess- Störungen. voneinander abzugrenzen. Teilweise bestehen Fachstelle für Suchtprävention Burghausen e.V.


 

Die Kreise symbolisieren die Diagnosen die Diagnosen, ihre Größe veranschaulicht die Häufigkeit der Ess veranschaulicht die Häufigkeit der Ess-Störung.

Im „Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen“ (D Ess- Störungen beschrieben. Im „Diagnostischen und Statistischen Manual psychischer Störungen“ (DSM-IV) sind die Kriterien für die einzelnen IV) sind die Kriterien für die einzelnen
Die nachfolgenden kurzen Beschreibungen der Symptome sind dem D nachfolgenden kurzen Beschreibungen der Symptome sind dem DSM- VI entnommen. VI entnommen.


Magersucht (Anorexia nervosa)

Sie besteht seit ca. 100 Jahren als eigenständiges Krankheitsbild.

Häufigkeit

  • 95% der Betroffenen sind Frauen,
  • Die am häufigsten betroffenen Gruppe sind Frauen zwischen 15 und 35 Jahren,
  • Hier liegt die Häufigkeit laut repräsentativen Untersuchungen bei 0,7 bis 1%.

Hauptsymptome

  • Beginn in der Pubertät oder Vorpubertät,
  • Gewichtsverlust von ca. 20% vom Ausgangsgewicht innerhalb kurzer Zeit ( ca. 3- 4 Monate),
  • Bei Fortschreiten der Krankheit extremes Untergewicht.

Symptome auf der Verhaltensebene

  • Existenzielle Angst vor einer Gewichtszunahme,
  • Rigides Hungern,
  • Übertriebene körperliche Aktivitäten,
  • Gebrauch bzw. Missbrauch von Abführ- und/oder Entwässerungsmitteln,
  • Selbst herbeigeführtes Erbrechen,
  • Häufig ständige gedankliche Beschäftigung um das Essen (teilweise wird gerne für andere gekocht und gebacken, die Kalorien einzelner Lebensmittel sind geläufig, Nahrungsmittel und Süßigkeiten werden betrachtet, angefasst, daran gerochen)
  • Mehrfache tägliche Kontrolle des Körpergewichtes und des Umfangs verschiedener Körperteile,
  • Ess- Rituale um möglichst wenig Nahrung aufzunehmen (Verwendung von Kinderbesteck, Zerteilen der Nahrung in kleine Happen, ausgiebiges Kauen),
  • Gestörte Körperwahrnehmung (der abgemagerte Körper oder Körperteile werden als „dick“ gesehen),
  • Leistungsorientierung im schulischen und sportlichen Bereich,
  • Neigung zum Perfektionismus,
  • Teilweise zwanghaftes Verhalten (jeden Bissen genau 30x kauen, jeden Tag 1 Std. Sport treiben etc.)
  • Gefühle wie Hunger, Durst, frieren werden verleugnet, es besteht keine Krankheitseinsicht,
  • Soziale Isolation (im Krankheitsverlauf), Rückzug wg. körperlicher Schwäche, wollen nicht angesprochen werden auf „Nicht- Essen und Aussehen, keine Zeit wg. Zwanghafter Aktivitäten.

Subjektive Funktionen der Magersucht:

Die Magersucht erfüllt für die Betroffenen individuell  bestimmte Funktionen. Beispielsweise:

  • Ablehnung der vorgelebten Geschlechterrollen, der Beziehungen , des Erwachsenseins,
  • Aufschub, der Prozess der Erwachsenwerdens wird aufgehalten,
  • Autonomiebestrebungen, Unabhängigkeit von der Familie, ihren Werten und Vorstellungen,
  • Kontrolle über den Körper, der sich in der Pubertät verändert,
  • Kontrolle über Gefühle und Bedürfnisse die sich neu einstellen (sex. Wünsche),
  • Kontrolle über Bezugspersonen, die nicht so reagieren wir von den Betroffenen gewünscht,
  • Stärkung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstsein (etwas „Besonderes“ sein, sich abzugrenzen, Aufmerksamkeit haben, Leistungsfähigkeit und Stärke)

Körperliche Komplikationen und möglichen Folgeschäden:

Die körperlichen Folgen sind die einer Unterernährung.

  • Reduktion des Grundumsatzes (Stoffwechsel reagiert auf die Mangelsituation)
  • Sinken des Blutdrucks, Pulses und der Körpertemperatur,
  • Müdigkeit,
  • Ständiges Frieren,
  • Verstopfung,
  • Schwindel und Ohnmachten,
  • Trockenen Haut, Haarausfall, brüchige Fingernägel,
  • Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit,
  • Schwächung des Immunsystems,
  • Ausbleiben der Menstruation und Ovulation (Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht),
  • Störung des Elektrolyt- Gleichgewichts in den Körperflüssigkeiten kann zu
  • Herzrhythmusstörungen, Ödemen und Muskelkrämpfen führen,
  • Unterversorgung von Calcium führt zu erhöhter Knochenbrüchigkeit,
  • Gefahr einer frühzeitigen Osteoporose,
  • Schädigung der Nieren.

Bulimie (Bulimianervosa)

Als eigenständiges Krankheitsbild seit Ende der 1970er Jahre beschrieben und in die DSM VI- Kriterien aufgenommen.

Häufigkeit:

  • Beginn in der späten Adoleszenz oder jungen Erwachsenenalter
  • Zahl der Erkrankten liegt schätzungsweise 2-bis 3x höher als bei Magersüchtigen, 2-4% aller Mädchen,
  • Dunkelziffer wird als sehr hoch eingeschätzt,
  • 60% der Betroffenen waren vorher magersüchtig,
  • 95% der Betroffenen sind weiblich.

Symptome:

  • Regelmäßiges Auftreten von Ess- Anfällen (große hochkalorische Nahrungsmengen werden verschlungen) mit anschließenden selbst verursachten Erbrechen,
  • Ess- Verhalten kann nicht kontrolliert werden,
  • Bulimische Anfälle können mehrmals am Tag, oder 1-2x pro Woche auftreten,
  • Betroffenen sind in der Regel normal- bis idealgewichtig,
  • Äußeres Erscheinungsbild eher unauffällig, angepasst, gepflegt, verkörpern das aktuelle Schönheitsideal,
  • Ess- Verhalten in der Öffentlichkeit eher unauffällig,
  • Zwischen den Ess- Anfällen werden kleinere gesunde Mahlzeiten zu sich genommen,
  • Auf Vitamin- und Mineralstoffaufnahme wird geachtet,
  • Oftmals profunde Kenntnisse über Ernährung und Gesundheit,
  • Figur und Gewicht haben sind von sehr großer Bedeutung,
  • Krankhafte Angst davor dick zu werden,
  • Missbrauch von Abführ- und Entwässerungsmitteln,
  • Strenges Fasten,
  • Extreme sportliche Betätigung,
  • Soziale Isolation.

Die Betroffenen empfinden Scham, Schuldgefühle, Selbstverachtung , Ekel und auch depressive Verstimmungen . Sie leben in ständiger Angst, dass ihr Ess- Brech- Verhalten entdeckt wird.

Subjektive Funktion der Bulimie:

  • Selbstwertproblematik,
  • Zweifel, Aggressionen, Schwächen und Fehler werden nach außen nicht offenbart aus Angst vor Liebesverlust,
  • Unvermögen „Nein“-zu sagen zu den vorgegebenen Normen und Erwartungen des sozialen Umfelds oder der Rollenerwartungen,
  • Die Verweigerung wird heimlich hinter verschlossener Toilettentür „artikuliert“.

Körperliche Komplikationen und mögliche Folgeschäden:

  • Zahnschmelzveränderungen,
  • Magenerweiterung,
  • Schwellung der Speicheldrüsen,
  • Verletzung der Speisröhre und Magenwände,
  • Störung des Elektrolyt- Gleichgewichts in den Körperflüssigkeiten kann zu
  • Herzrhythmusstörungen, Ödemen, Muskelkrämpfen und Nierenschädigungen führen,
  • Unterversorgung von Calcium führt zu erhöhter Knochenbrüchigkeit,
  • Gefahr einer frühzeitigen Osteoporose,
  • Ausbleiben der Menstruation und Ovulation (Hormonstörungen),

Die körperlichen Schädigungen können ähnlich lebensbedrohlich werden wie bei Magersucht. Es dauert oft Jahre bis die Folgen eintreten.
Für Bulimie wird eine Sterblichkeitsrate von 3% angegeben.


Ess- Sucht (Binge Eating Disorder, BED)und Adipositas

Die Diagnostische Unterscheidung zwischen Übergewicht, Adipositas und der Ess- Sucht (BED) ist, zum Teil auch für Fachleute, schwer zu treffen.
Bei einem Großteil der adipösen Menschen treten wiederholte Ess- Anfälle auf, die als Kennzeichen der Binge Eater gelten.
Wiederum sind die meisten Binge Eater übergewichtig und/oder werden adipös.

Im DSM –IV wird die Binge Eating- Störung vorerst nur als Diagnosevorschlag beschrieben. Weitere Forschungen sind notwendig.
  • Übergewicht BMI >25
  • Adipositas    BMI >30

Der BMI berechnet sich aus dem Körpergewicht [kg] dividiert durch das Quadrat der Körpergröße [m2]. Die Formel lautet:
BMI = Körpergewicht :(Körpergröße in m)2. Die Einheit des BMI ist demnach kg/m2.
Wünschenswert ist ein BMI- Wert zwischen 20 bis 25.
Der BMI als Richtwert für „Gesundheit“ wird von zahlreichen Fachleuten aus dem Bereichen Medizin, Ernährung und Bewegung äußerst kritisch betrachtet. Faktoren wie Muskelmasse und die Schwere von Knochen finden keine Berücksichtigung. So kann ein durchtrainierter Mensch den gleichen BMI- Wert haben wie ein Fettleibiger.

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Die Einstufung von Kindern erfolgt gemäß der Perzentil-Kurven. D. h. man hat eine große Anzahl Kindern vermessen und nach Alter gegliedert. Diese Kurve entspricht damit der Verteilung des BMI bei Kindern. Nun wurde festgelegt, dass die obersten 10% der Kinder übergewichtig sind und die untersten 3% untergewichtig. Einen direkten Grund für genau diese Werte gibt es eigentlich nicht.

Übergewicht, Adipositas und Ess- Sucht hat in den letzten 50 Jahren beständig zugenommen. Unter anderem sind das umfassende Nahrungsangebot bzw. die Auswahl von ungünstigen Lebensmitteln (zu viel, zu fett, zu süß) und zu wenig körperlichen Aktivitäten dafür verantwortlich. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes (destatis, Juni

2010) waren im Jahr 2009 mehr als 51 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland übergewichtig. 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen litten demnach an Übergewicht.

Häufigkeit:

  • Ca. ein Drittel aller Ess- Gestörten leiden an der Binge- Eating- Störung,
  • Nach Schätzungen 6-7% der Bevölkerung ( andere Quellen 0,7- 4%),
  • Kommt in allen Altersstufen vor, nicht auf eine bestimmte Lebensphase begrenzt,
  • Beginn in der späten Adoleszenz oder in den frühen 20er Lebensjahren,
  • Tritt häufig nach Fastenkuren mit Gewichtsverlust auf,
  • Geschlechterverhältnis Frau: Mann ca. 1,5:1

Symptome:

  • Äußeres Erscheinungsbild entspricht häufig dem von Übergewichtigen und Adipösen,
  • Wiederkehrende Ess- Anfälle über mehrere Monate               kein kompensatorisches Verhalten wie
    Erbrechen, Abführmittel,
  • Hochkalorische Nahrungsaufnahme erhöht das Risiko von Übergewicht und Adipositas,
  • Zwang zum Essen, Ess- Anfälle können nicht beendet werden,
  • Massive Schuld- und Schamgefühle,
  • Depressive Verstimmungen,
  • Soziale Isolation.

Subjektive Funktionen der Ess- Sucht:

  • Unsicherheit körperliche Bedürfnisse, Gefühle, Grenzen differenziert wahrzunehmen,
  • Körperempfindungen (Müdigkeit, Unbehagen, Wärme, Kälte) werden diffus erlebt, als Hunger gedeutet und mit Essen befriedigt,
  • Seelische Spannungen und Erregungen werden mit oraler Nahrungsaufnahme beantwortet,
  • Essen hat den Charakter einer tröstenden, freudvollen, belohnenden Ersatzbefriedigung,
  • Die Ess- Anfälle und die zunehmende Fettschicht erlauben eine wachsende Distanz zu einer als fordernd und konflikthaft erlebten Umwelt,
  • Abgrenzung durch Körperfett vom sozialen Außen aufgrund des Unvermögens „Nein“ zu sagen und Grenzen aufzuzeigen.

Bei Jugendlichen ist eine Unterscheidung zwischen Übergewicht/Adipositas und Binge Eating kaum möglich.
Häufig geht Übergewicht/Adipositas im Kindesalter im Erwachsenenalterin eine Adipositas über. Wie oft sich daraus eine Ess- Störung entwickelt ist zahlenmäßig nicht erfasst. Der Entwicklungsweg ist allerdings einleuchtend zu
erklären.

Dicke Kinder und Jugendliche erleben oftmals Abwertungen und Ausgrenzungen, insbesondere von Gleichaltrigen. Essen wird immer mehr als Problemlösung, zu Kompensation für Verletzungen und als Ersatzbefriedigung gebraucht. Die Betroffenen sehen für sich keine Verhaltensalternativen und werden vom Essen immer weiter abhängig, ess- süchtig.


Körperliche Komplikationen und mögliche Folgeschäden:

  • Erschöpfung, Kurzatmigkeit, starkes Schwitzen schon bei leichter körperlicher Anstrengung,
  • Bluthochdruck,
  • Diabetes,
  • Arteriosklerosis,
  • verschiedene Herzerkrankungen,
  • Skelett- und Gelenkabnutzung,
  • Erhöhtes Risiko für Dickdarm-,Brust- und Gebärmutterhalskrebs,
  • Psychische Belastungen.

Literatur: Ess- Störungen bei Jugendlichen, Begleitmaterial zur Filmreihe „zu dick? zu dünn?“ BZgA, 2004 ; Ess- Störungen-Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrer, (BZgA) Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 06/2010 Störungen bei Jugendlichen, Begleitmaterial zur Filmreihe „zu dick? zu dünn?“ BZgA, 2004 ; Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrer, (BZgA) Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 06/2010 Leitfaden für Eltern, Angehörige und Lehrer, (BZgA) Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit, 06/2010

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Ursachen und Anzeichen von Ess- Störungen

Multifaktorielles Ursachengefüge:


Zur Erklärung von Ess- Störungen gibt es bislang kein einheitliches Erklärungsmodell. Weitgehende Einigkeit besteht in der Annahme, dass es sich um ein multifaktorelles Ursachengefüge handelt, dass gesellschaftliche, soziokulturelle, familiendynamische und persönlichkeitsspezifische Bedingungen berücksichtigen. Das Auftreten eines gestörten Ess- Verhaltens, wie auch das von suchtartigem Verhalten, wird immer mit einer ausgeprägten Identitäts- und Selbstwertproblematik in Zusammenhang gebracht.

Die in der Darstellung aufgelisteten Faktoren sind einzeln betrachtet möglicherweise unspezifisch. Kommt es jedoch im Einzelfall zu einem Zusammentreffen von mehreren Punkten, so steigt das
Risiko in einem krisenhaften Lebensabschnitt eine Ess- Störung zu entwickeln.


Anzeichen einer beginnenden Ess- Störung


Nicht jede/r „Dünne/r“ ist magersüchtig und nicht jede/r „Dicke/r“ ist ess-süchtig !

Die folgenden Anzeichen sind nicht  als Kennzeichen einer Beurteilung zu verstehen. Diagnosen können nur Fachleute durchführen.

  • Das Mädchen oder der Junge findet sich immerzu dick und lehnt den Körper ab. Sie oder er findet sich auch dann zu dick, wenn andere sie oder ihn zu dünn finden.
  • Es besteht eine panische Angst zuzunehmen.
  • Die Gedanken kreisen nur ums Essen und um die Figur. Das Mädchen oder der Junge betrachtet sich häufi g im Spiegel, wiegt sich oft.
  • Eine bestimmte Kleidergröße muss erreicht oder eingehalten werden.
  • Über bestimmte Körperteile wird immer wieder genörgelt. „Ich habe zu kurze Beine, einen zu dicken Bauch, zu breite Hüften, einen zu schmalen Oberkörper ...“
  • Das Mädchen oder der Junge vergleicht sich beständig mit anderen meist sehr schlanken Menschen.
  • Gegessen wird nicht mehr spontan, lustvoll und gern, sondern kontrolliert. Zum Beispiel wird nur zu bestimmten Uhrzeiten oder nur Fettarmes, nur Kalorienarmes, nur „Gesundes“ gegessen.
  • Selbst die gesunde oder die vegetarische Ernährung wird immer weitereingeschränkt.
  • Lebensmittel werden in „gut“ und „schlecht/gefährlich“ eingeteilt.
  • Mahlzeiten werden ausgelassen. Das Mädchenoder der Junge hat wiederholt Ausreden, um nichts zu essen. Zum Beispiel: Sie/e rhat schon gegessen, hat keinen Hunger, hat Bauchschmerzen ...
  • Das Essen ist chaotisch. Mal wird viel, dann wieder wenig gegessen. Eine Zeit lang ist die Kontrolle sehr stark, dann ist sie überhaupt nicht vorhanden.
  • Es fällt dem Mädchen oder dem Jungen schwer, mit dem Essen aufzuhören. Weder Hunger, noch Sättigung kann sie/er spüren.
  • Die Streitigkeiten ums Essen nehmen zu. Das Mädchen oder der Junge isst nichts oder nur wenig, kaut jeden Bissen viele Male, nimmt winzige Portionen, schiebt das Essen auf dem Teller hin und hier, isst aber nichts.
  • Lebensmittel verschwinden aus dem Kühlschrank.
  • Lebensmittel werden im Kinder- oder Jugendzimmer, zum Beispiel im Kleiderschrank, gehortet.
  • Leere Lebensmittelpackungen liegen regelmäßig herum.
  • Das Mädchen oder der Junge kauft gern ein, liest gern in Kochbüchern oder Rezeptzeitschriften, kocht gern, isst aber nie mit.
  • Es wird viel Geld für Süßigkeiten ausgegeben.
  • Das Mädchen oder der Junge geht häufig auf die Toilette.
  • Verschmutzungen oder der Geruch nach Erbrochenem deuten auf eine Essstörung hin. Brechgeräusche sind nicht immer zu hören,sie können durch die Spülung oder die Dusche überdeckt werden.
  • Das Mädchen oder der Junge hat in den letzten drei Monaten mehr als 6 Kilogramm abgenommen.
  • Das Mädchen oder der Junge isst ständig bei Frust, Stress, Ärger oder Langeweile, redet aber nicht über seine Gefühle. Sie oder er unterdrückt mit dem Essen die Gefühle und vermeidet dadurch Konflikte.
  • Das Mädchen oder der Junge treibt Sport, nicht weil es Spaß macht, sondern um abzunehmen.
  • Sie/er ist nach dem Essen körperlich aktiv oder trainiert zusätzlich zum Verein und Schulsport. Es wird zum Beispiel Fahrrad gefahren, gejoggt, egal wie das Wetter ist, und beim Fernsehen Gymnastik gemacht.
  • Körperliche Veränderungen sind zu sehen.
  • Geschwollene Speicheldrüsen und Verletzungen im Mundwinkelbereich können auf Erbrechen hindeuten.
  • Abführmittel und Mittel zum Abnehmen werden gekauft.

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Handlungsbedarf im Umgang mit Betroffenen

Hinweise für Eltern

  • Nicht die Augen verschließen und nicht tatenlos zusehen. Ess-Störungen sind keine Phasen oder Schlankheitsticks, die irgendwie vorübergehen. Ess-Störungen sind Krankheiten, die nicht nur das essgestörte Kind, sondern meistens die ganze Familie extrem belasten.
  • Trauer, Hilflosigkeit, Enttäuschung, Verbitterung, Resignation und Wut sind vielfache Reaktionen. Sie können sich verstärken, wenn Partner sich gegenseitig die Schuld für die Essstörung des Kindes zuweisen. Vorwürfe wie „Du hattest zu wenig Zeit“ oder „Du hast sie/ihn immer machen lassen, was sie/er wollte“ helfen niemandem.
  • Vielmehr ist es wichtig, in Bezug auf die Essstörung gemeinsam an einem Strang zu ziehen, sich gemeinsam der Krankheit zu stellen und eine gemeinsame Strategie im Umgang mit dem essgestörten Kind zu entwickeln. Das gilt für leibliche Eltern genauso wie für Partner bzw. Partnerinnen in Patchworkfamilien. Leben die Eltern nicht mehr zusammen, hat das Kind
    aber noch Kontakt zum getrennt lebenden Vater oder zur getrennt lebenden Mutter, so sollte er/sie ebenfalls einbezogen werden.
  • Eine Beratung ist häufig der erste Schritt, den Betroffene oder ihre Eltern gehen. Die Beratung kann Menschen mit Essstörungen weiterhelfen, die aus dem Teufelskreis ausbrechen wollen, aber nicht wissen, an wen sie sich wenden können.
  • Eltern bekommen hier Hilfe, wenn sie das Verhalten ihres Kindes verunsichert und sie nicht einschätzen können, ob es sich um eine Essstörung handelt.
  • Ein Beratungsgespräch ist auch sinnvoll, wenn sie nicht wissen, wie sie sich dem Kind gegenüber verhalten sollen oder wie sie ihr Kind zu einer Beratung oder einer Therapie motivieren können.
  • Beratung kann ambulant, telefonisch oder mittels Internet erfolgen. Wichtig ist: Fachleute sollten beraten – und seriös muss das Angebot sein.
  • Verschiedene Institutionen und Organisationen bieten ambulante Beratungen für Menschen
  • mit Essstörungen und ihre Angehörigen an. Dazu gehören u. a. spezielle Beratungszentren für Essstörungen, psychosoziale Beratungsstellen für Frauen, Kinder- und Jugendliche,
    Sucht- und Drogenberatungsstellen
    andere psychosoziale Beratungsstellen,
    Institutsambulanzen an Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie.
  • In vielen Fällen ist die Beratung kostenfrei. Ein Krankenschein ist nicht erforderlich.
  • In einer guten Beratung werden die Situation abgeklärt, Informationen gegeben und die Motivation zu einer Behandlung eingeschätzt bzw. gefördert. Um die Situation abzuklären, erfasst die Beraterin oder der Berater die Art der Essstörung, den Schweregrad, den seelischen und körperlichen Zustand. Hierzu ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Darüber hinaus stellt die Beraterin bzw. der Berater fest, in welchem Umfeld die bzw. der Betroffene lebt – bei den Eltern, allein, in einer Wohngemeinschaft, ob sie/er zur Schule geht oder in der Ausbildung ist und vieles mehr. In der Beratung wird auch über die persönliche Einschätzung und den Willen zur Veränderung gesprochen.

Was können wir tun?

Hilfe zur frühzeitigen Stellung einer Diagnose

  • Die Diagnose Ess- Störung kann nur von einem Arzt/einer Ärztin        oder einem
    Therapeuten/einer Therapeutin gestellt werden.
  • Je frühzeitiger eine Ess- Störung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

DESHALB IST ES WICHTIG SIGNALE ZU ERKENNEN, ABER HANDELN SIE NICHT ÜBERSTÜRZT!

  • Überlegen Sie, welche Einstellung habe ich zu dem gängigen Schönheitsideal oder zu Diäten? Was bedeutet für mich eine „gute Figur“ zu haben?
  • Um die eigenen Wahrnehmungen zu überprüfen, sprechen Sie mit einer Person zu der Sie Vertrauen haben über Ihre Beobachtungen und Gefühle.

Potentiell Betroffene verantwortungsbewusst ansprechen

  • Um essgestörte Jugendliche anzusprechen, ist es hilfreich das eigene Vorgehen zu planen und sich darauf einzustellen die betroffene Person weiter zu begleiten.
  • Berücksichtigen Sie, dass Ihre persönlichen Einstellungen das Gespräch unbewusst beeinflussen können.
  • Bedenken Sie, dass wir auf unterschiedlichen Ebenen Botschaften aussenden. Welche Botschaft wollen Sie übermitteln?
  • Überlegen Sie sich einen geeigneten Zeitpunkt für das Gespräch, wo Sie ungestört mit dem Jugendlichen sprechen können.
  • Sprechen Sie in „Ich-Botschaften“, („Ich mache mir Sorgen..., mir ist aufgefallen...“, usw.)
  • Vermeiden Sie über Essen, Gewicht, Figur zu reden. Damit provozieren Sie Abwehrreaktionen.
  • Dringen Sie als 1. Schritt auf einen Arztbesuch oder einen Beratungsstellenbesuch. Hierbei können Sie den jungen Menschen unterstützen.

HAUPTZIEL IST DEN JUGENDLICHEN ZU MOTIVIEREN FACHLICHE HILFE ANZUNEHMEN!

  • Bleiben Sie klar und konsequent- informieren Sie die betroffene Person über Ihre Schritte, treffen Sie verbindliche Absprachen.
  • Unternehmen Sie nichts hinter dem Rücken des Jugendlichen.
  • Gehen Sie mit sich selbst und Ihrem Gegenüber achtsam um. Akzeptieren Sie Grenzen.


Eine Liste mit ortsnahen Beratungsmöglichkeiten

  • Um die betroffene Person so früh wie möglich an eine professionelle Betreuung weiterzuleiten, ist es nützlich, wenn Adressen von Ansprechpartnern wie Beratungsstellen, Fachärzten oder Therapeuten bereitgehalten werden.

Das Umfeld aufklären

  • Sprechen Sie mit Ihren Kolleginnen und Kollegen und informieren Sie sie über Ihre Vermutungen.
  • Informieren Sie Ihr Umfeld über Ess- Störungen (Broschüren, Referenten, Fortbildungen etc.)  Tragen Sie dazu bei, dass eine entdramatisierte, verantwortungsbewusste Atmosphäre entstehen kann.
  • Klären Sie Ihr Umfeld auf, damit eine Diskriminierung von Betroffenen vermieden wird.

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Beratungsstellen

Fachambulanz für Suchtkranke
Bahnhofsplatz 20 84503 Altötting Tel. 08671 969896
Berliner Platz 2/ 2. OG 84489 Burghausen
Email :info@suchtfacham bulanz-altoetti ng .de
Internet:www.suchtfachambulanz-altoetting.de
Psychosoziale Beratung und Behandlung, Informationen von weitergehenden Behandlungsmöglichkeiten bei Essstörungen, Hilfe bei Weitervermittlung.

Die Brücke
Berchtesgadener Str. 5 84489 Burghausen Tel. 08677 98 53 34
Email: k.schuetzenberger@bruecke-burghausen.de
Internet: www.bruecke-burghausen.de
Art der Beratung: Psychosoziale Beratung, Informationen von weitergehenden Behandlungsmöglichkeiten bei Essstörungen, Hilfe bei Weitervermittlung.

ANAD e.V.
Therapeutische Wohngruppen
Poccistraße 5
80336 München
Tel.: 089/21 99 730
Fax: 089/21 99 73 23
Email: kontakt@anad.de
Internet: www.anad.de
Therapeutische Wohngruppen für Mädchen ab 12 Jahren, Frauen und Männer mit Essstörungen wie Magersucht, Bulimie, Binge-Eating und Adipositas; Für sechs Monate rund um die Uhr intensive ärztliche, psychologische, sozialpädagogische und ernährungstherapeutische Betreuung; Einzelgespräche, Gruppen;
BiTE Beratungsstelle im Therapienetz Essstörung Sonnenstraße 2/4. Stock
80331 München

Tel.: 089/720 136 780
Fax: 089/720 136 711
Email: beratung@therapienetz-essstoerung.de
Internet: www.therapienetz-essstoerung.de

Informationsstelle, therapeutisch angeleitete Gruppen, Beratung: Einzel, Gruppen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Angehörige; Integrierte Versorgung; Einzelbetreutes Wohnen; Stationäre Übergangs-& Clearingeinrichtung

Caritas Fachambulanz für Essstörungen
Landwehrstraße 26/IV
80336 München
Tel.: 089 / 231149-70
Fax: 089/ 231149-76
Telefonische Sprechzeiten:
Mo-Fr. 8.30 bis 12.00 Uhr
Email :faessstoerungen@caritasmuenchen.de
Angebote: Beratung, Einzeltherapie, Gruppentherapie bei Essstörungen

Frauentherapie - Zentrum München e.V.
Güllstr. 3
80336 München
Tel.: 089 / 747370 – 0
Fax: 089 / 74737080
Email: FTZ-Beratungsstelle@t-online.de
Internet: www.FTZ-Muenchen.de
Art der Beratung: offene Gruppenberatung (zu allen Themen), Einzel, Gruppen Tel.zeiten: Mo-Fr: 10-13 Uhr,
Mo: 15-19 Uhr
Di, Do: 15-17 Uhr

Selbsthilfezentrum München
Bayerstr. 77 a
80335 München
Tel.: 089 / 532956 - 0 / 11
Tel. Zeit: Mo, Mi, Do 15.00 - 19.00 Di, Mi, Fr 10.00 - 13.00
Art der Beratung: Klärung des Anliegens telefonisch und persönlich Weiterbildung in Selbsthilfegruppen oder Einrichtungen, Hilfe bei der Gründung einer SH-Gruppe Kosten: keine

Cinderella Aktionskreis Ess- und Magersucht e.V.
Westendstr. 35 80339 MünchenTel.: 089 / 5021212
Tel.Zeit: Di u. Fr 16.00 - 19.00,
Mi 10.00 - 12.00,
sonst Anrufbeantworter.
Art der Beratung: Informationen von Behandlungsmöglichkeiten bei Essstörungen. Kosten: jährlicher Mitgliedsbeitrag.

Andere Aktivitäten der Organisation: Durchführung von Selbsthilfegruppen
Institut für Psychologie, Klinische Psychologie Universität München
Postanschrift:
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München
Tel.: 089 / 2180 - 5196
Tel. Zeit: Mo - FR 8.30 - 16.00
Anorexie, Bulimie, Adipositas
Art der Beratung: Behandlung: Körpertherapie, Gestalttherapie, Verhaltenstherapie Einzel, Gruppen
Kosten: Studenten frei, sonst nach Einkommen, keine Kassenabrechnung im Hause, aber Überweisung
Andere Aktivitäten der Organisation: Ambulante Therapie / Beratung
TCE Therapie-Zentrum für ES am Max-Planck Institut für Psychiatrie Hanselmannstr. 20
80809 München
089 - 35 80 47 3
Fax: 089 - 3580 4747
tce@dritter-orden.de
www.t-c-e.de

Münchner Informationszentrum für Männer e.V. (MIM)
Feldmochinger Str. 6
80992 München
Tel.: 089 / 5439556
Fax: 089 – 54 39 662
info@maennerzentrum.de
Angebot: Beratung, Weitervermittlung, SH-Gruppen
Angebot: OA-Gruppe -
Kontakttelefon: 89430280
Ess- Runde 1 x wöchentlich - Kontakttelefon 28805975 – Frau Richter

Kinder-, Jugend- und Familienberatungsstelle
Strandbadstr. 2
82319 Starnberg
Tel.: 08151 / 148388
Art der Beratung: Einzel-, Familientherapie,
Einzel, Gruppen, Kinder, Jugendliche,
vereinzelt Essstörungen, verweisen auf Therapienetz Essstörung e.V., Zusammenarbeit mit Therapeuten und Kliniken
Kosten: Abrechnung über den Landkreis, kostenlos für KlientInnen Filiale in Gilching: Tel.: 08105/8998

Therapienetz Essstörung Weilheim
c/o MZT Oberland
Pütrichstr. 30 – 32
82362 Weilheim
Tel.: 0881 / 92 70 808 Fax: 0881 / 92 36 699 Terminvereinbarungen auch unter: 0881 / 923 66 00 (MZT-Zentrale)
KESS-Kurztherapie bei Essstörungen Postfach 1319
82453 Garmischpartenkirchendahm-kess(at)t-online.de
www.netzwerk-essstoerungen.de

Caritas Fachambulanz für Suchtkranke und das Thema Essstörungen, Landkreis
Bad Tölz - Wolfratshausen
Graslitzer Straße 13
82538 GeretsriedTel.: 08171/ 983040
und
Frauenfreithof 3 83646 Bad Tölz Tel. 08041/ 740100
Angebote: Information und Abklärung, Vermittlung an amb. und stat. Therapie; ambulante Gruppentherapie für Frauen ab 18 Jahren

Diakonie Rosenheim - SH-Kontaktstelle SeKoRo Kleppererstr. 18,I
83026 Rosenheim
08031 - 23 511 45
Fax: 08031 - 23 511 41
selbsthilfekontaktstelle(at)diakonie-rosenheim.dewww.sekoro.seko-bayern.org

Beratungsstelle für psychische Gesundheit
Herbststr. 14
83022 Rosenheim
Tel.: 08031/ 2038 – 0
Fax: 08031/203810
Angebote: Tagesstätte, Haus- und Klinikbesuche, Nachsorge, Beratung auch bei Essstörungen, Freizeitangebote, SH-Gruppen, Zusammenarbeit mit Therapeuten und Kliniken

Suchthilfezentrum Rosenheim
Diakonisches Werk Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle
Kufsteinerstr. 55
83022 Rosenheim
Tel.: 08031 / 35 62 8 – 0
Fax: 08031 / 35 62 8 – 16
Tel.zeiten: Mo-Fr: 9-16 Uhr
Email: sucht-dwro(at)web.de
Angebot: umfassende Beratung, Einzel-, Paar-, Familienberatung, ambulante Rehabilitation, Therapiegruppen, Gruppen für Angehörige, Vermittlung in stationäre Behandlung, Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlungen

SH-Kontaktstelle Berchdesgardener Land Reichenbergerstr. 1
83395 Freilassing
08654 - 770 447 3
Fax: 08654 - 770 447 4
selbsthilfe-bgl(at)projekteverein.de

Caritas Fachambulanz für Suchtkranke und das Thema Essstörungen
Frauenfreithof 3 83646 Bad Tölz
08041 - 740 100
Information und Abklärung, Vermittlung an ambulante und staatliche Therapie für Frauen ab 18 J.
Landratsamt Bad Tölz - Wolfratshausen, Selbsthilfe-Kontaktstelle Prof.-Max-Lange-Platz 1
83646 Bad Tölz
08041/505-121
www.selbsthilfe-toelz.de

Caritas Miesbach
Franz und Johann Wallachstr. 12
83714 Miesbach
Tel.: 0 80 25/28 060
Email: Fachambulanz(at)suchtambulanz. net
Internet: www.suchtambulanz.net
Angebote: Gruppe für essgestörte Frauen ab 18 Jahren, Beratung bei Essstörungen, Weitervermittlung, Zusammenarbeit mit Therapeuten und Kliniken, Ernährungsberatung

Landshuter Netzwerk e.V.
Institut für psychosoziale Rehabilitation
Hannelore Honold
Suchtberatung
Bahnhofplatz 1a
84032 Landshut
Tel.: 0871 / 96367165
Fax 0871/96367118
www.landshuter-netzwerk.de
Angebote: Beratung bei Essstörung, Einzelgespräche, Erfahrungsaustausch in der Gruppe, Paar-und Familienberatung, Eltern-bzw. Angehörigenberatung Kosten: keine, Behandlungskosten werden von Krankenkasse übernommen
Caritasverband Landshut e.V

Fachambulanz für Suchtprobleme Landshut
Psychosoziale Suchtberatung und -behandlung
Freyung 619
84028 Landshut
0871/ 805-160
Fax: 0871-805 - 159
mail@suchtberatung-landshut.de
www.suchtberatung-landshut.de/angebote/

Haus der Begegnung (AWO) Familen- und Selbsthilfezentrum Auf der Wies 18
84453 Mühldorf/Inn
08631/4099
Fax: 08631/4090
hdbmdf(at)gmx.de
www.hausderbegegnung-muehldorf.de

Caritas Zentrum Mühldorf
Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtkranke
Kirchplatz 1 84453 Mühldorf
Tel.: 08631 / 4041
oder 13130
Fax: 08631 – 376351
Art der Beratung: Einzel- und Gruppenangebot
Kosten: keine
Andere Aktivitäten der Organisation: Suchtberatung und Behandlung für Suchtkranke ( Alkohol, Medikamente, Drogen, Spielen ), Vermittlung in Kliniken, Öffentlichkeitsarbeit

AOK Bayern
Hardererstr. 43 85049 Ingolstadt
0841 - 9 34 91 42
Fax: 0841 - 93 49 01 42
elisabeth.wollny(at)by.aok.de
www.aok.de

Caritas Suchtambulanz
Jesuitenstr. 4 85049 Ingolstadt
0841 - 309 138
0841 - 309 169 suchtambulanz(at)caritas-ingolstadt.de
www.caritas-suchtambulanz-ingolstadt.de
Therapienetz Essstörung Dachau

85221 Dachau
Frau Christa Helle
Tel: 08131 / 33 90 70
Fax: 08131 / 33 93 41
Selbsthilfegruppe Dachau Caritas Sozialzentrum Landsberger Str. 11
85221 Dachau
Tel.: 08131 / 298140

Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle PROP e.V. Riederweg 6
85276 Pfaffenhofen
Tel.: 08441/89060
Psychosoziale Beratungsstelle Prop - Shop
Heiliggeistgasse 9 85354 FreisingTel.: 08161 / 3416 Fax: 08161 – 34 35
freising(at)prop-ev.de
Machen nur Erstkontakte, danach Weitervermittlung; außer Selbstzahler
Psychosoziale Beratungsstelle Erding
Landshuterstr.9
85435 Erding
Tel.: 08122 / 91081,
Mo u. Do 9-16 Uhr
Fr. 9-13 Uhr
Fax: 08122/ 91086
Art der Beratung: Verhaltenstherapie Familientherapie, Einzel, Gruppen, Jugendliche, therapeutisch angeleitete Gruppen für Essstörungen, Zusammenarbeit mit Therapeuten und Kliniken
Kosten: keine
Andere Aktivitäten der Organisation: Allgemeine Suchtberatung und Therapie, sowie Vermittlung in stationäre Einrichtungen (Alkohol, Drogen, Medikamente, Spielsucht)

Erziehungs- und Familienberatungsstelle Erding
Roßmayrgasse 13 / 1. Stock
85435 Erding
08122 / 8920530 08122 / 8920550 erziehungsberatung(at)lra-ed.de
www.erziehungsberatung-erding.de
Psychosoziale Beratungsstelle Prop e.V. Landshuterstr. 9

85435 Erding
Tel.: 08122 /99981 30
Fax: 08122 / 99981319
erding(at)prop-ev.de
Angebot: Angeleitete SH-Gruppe für Menschen mit Essstörungen
jeden Mittwoch
von 18:30 – 20:00 Uhr
Frau Dirnberger
Öffentliche Sprechstunde ohne Anmeldung Mi 9-11 Uhr
Erziehungs- und Familienberatungsstelle Erding Roßmayrgasse 13 / 1. Stock
85435 Erding
08122 / 8920530
Fax: 08122 / 8920550
erziehungsberatung(at)lra-ed.de
www.erziehungsberatung-erding.de

SOS-Jugendhilfen Projekt Schneewittchen
Beratung für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen
Leonhardsberg 16
86150 Augsburg
Tel: 0821-34499013 (AB)
Telefonzeiten Mi 15-16 Uhr
Angebote: Einzelberatung bei Essstörungen, Selbsthilfegruppen (angeleitete oder selbst organisiert), Gruppe für Eltern, Weitervermittlung an Therapeuten, Kliniken, Ärzte

Sozialpsychiatrie Gesundheitsamt
Karmelitengasse 11 86152 AugsburgInfostelle für Selbsthilfe
Ansprechpartnerin: Frau Petra Seidel
Tel.: 0821/324-2016 oder 2055
Fax: 0821/324-2018
Angebot: Kontakt - und Informationsvermittlung zu regionalen und überregionalen Gruppen bzw. Auskunftspartnern, Unterstützung in der Selbsthilfe- und Gruppenarbeit, Hilfestellung bei Neugründung einer Selbsthilfegruppe
Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.
Auf dem Kreuz 41 86152 Augsburg0821 3156-0
Fax: 0821 31 56-215 www.caritas-augsburg.de
Suchtberatung und Behandlungsstelle

Auf dem Kreuz 47
86152 Augsburg
Tel. 0821 - 3156432
Fax: 0821 - 3455439
Art der Beratung: Verhaltenstherapie, klienten- zentrierte Gesprächsführung, Psychodrama, Einzel, Gruppen
Kosten: keine
Andere Aktivitäten der Organisation: Ambulante Suchtkrankenhilfe Beratung bei Essproblemen, angeleitete Gruppen für Mädchen und Frauen, Weitervermittlung zu Therapeuten und Kliniken, Angebote für Eltern und Partner von Betroffenen

Evangelische Beratungsstelle für Eltern-, Jugend-, Ehe- und Lebensfragen Des Diakonischen Werkes Augsburg e.V.
Oberbürgermeister-Dreifuß-Str. 1
86153 Augsburg
Tel.: 0821 / 59 776 0
Tel. Zeit: Mo - Fr 8.00 - 17.00
Kosten: keine
Angebote: Beratung, Weitervermittlung, Zusammenarbeit mit Therapeuten und Kliniken, psychotherapeutischer Ansatz, Einzel, Jugendliche
Kosten: kei
ne

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Folgende Erkrankungen fallen unter den Begriff
Ess- Störungen:


Ess-Störungen (eating disorders) sind psychische Krankheiten.

•          Magersucht (Anorexia nervosa)
•          Ess-Brechsucht ( Bulimia nervosa) und
•          Ess- Sucht (Binge Eating Disorder)

Adipositas /Übergewicht wird bis jetzt nicht zu den eigentlichen Ess
Störungen gerechnet

Charakteristische Merkmale:

  • Bei Magersucht, das Unvermögen mit dem Hungern aufzuhören
  • Bei Bulimie, die Unfähigkeit die Ess-Anfälle und das nachfolgende
    Erbrechen zu beenden
  • Bei der Ess- Sucht die Ohnmacht sich nicht zu überessen

Die Kreise symbolisieren die Diagnosen, ihre Größe veranschaulicht die Häufigkeit der Ess-Störung

Die Erscheinungsformen von Ess- Störungen sind nicht immer scharf
voneinander abzugrenzen. Teilweise bestehen enge Beziehungen und
Überlappungen zwischen den verschiedenen Ess- Störungen.

  • Es bestehen Mischformen, und viele Menschen mit einer Ess-Störung entwickeln in den verschiedenen Lebensabschnitten unterschiedliche
    Formen.
  • Über 60% der an Magersucht Erkrankten wechseln nach einiger Zeit in die
    bulimische Form der Krankheit (Binge-Purging-Typ) über, da sie ihr
    asketisches Verhalten nicht mehr aufrechterhalten können.

Magersucht (Anorexia nervosa)

Sie besteht seit ca. 100 Jahren als eigenständiges Krankheitsbild

Häufigkeit

  • 95% der Betroffenen sind Frauen,
  • Die am häufigsten betroffenen Gruppe sind Frauen zwischen 15 und 35
    Jahren,
  • Hier liegt die Häufigkeit laut repräsentativen Untersuchungen bei 0,7 bis
    1%.

Diagnosekriterien

  • Gewichtsverlust von 20 % innerhalb kurzer Zeit (selbst herbeigeführt)
  • extreme Angst vor Gewichtszunahme
  • Körperschemastörung, Perfektionismus
  • Hyperaktivität
  • Amenorrhoe
  • fehlende Krankheitseinsicht

Verwendete Literatur: Ess- Störungen bei Jugendlichen, Begleitmaterial zur Filmreihe „zu dick? Zu dünn?“ BZgA 2004
Karin Schützenberger, Dipl. Sozialpädagogin(FH)  1 2.07.20 1 1   6
 
   
Auswirkungen / Folgen

  • Absinken des Pulses, des Blutdruckes und der Körpertemperatur
    (Müdigkeit, Frieren, Verstopfung)
  • hormonelle Veränderungen (trockene Haut, brüchige Haare) bis hin zur
    Amenorrhoe
  • Veränderung der Körperbehaarung
  • Osteoporose
  • Anfälligkeit für Entzündungen
  • Schwindel und Ohnmachtsanfälle
  • psych.: Kontrollbedürfnis, Zwänge, Selbsthass, sozialer Rückzug,
    depressive Verstimmungen  
     

Bulimie (Bulimia nervosa)

Als eigenständiges Krankheitsbild seit Ende der 1970er Jahre beschrieben und in die DSM IV- Kriterien aufgenommen.

Häufigkeit:

  • Beginn in der späten Adoleszenz oder jungen Erwachsenenalter
  • Zahl der Erkrankten liegt schätzungsweise 2-bis 3x höher als bei
    Magersüchtigen, 2-4% aller Mädchen,
  • Dunkelziffer wird als sehr hoch eingeschätzt,
  • 60% der Betroffenen waren vorher magersüchtig,
  • 95% der Betroffenen sind weiblich.

 
 
Diagnosekriterien

  • mind. zweimal in der Woche Fressanfälle (über 3 Monate hinweg), dabei
    schnelle Aufnahme großer Mengen meist hochkalorischer Nahrungsmittel
  • dabei Gefühl des Kontrollverlusts
  • kompensatorische Maßnahmen zur Vermeidung einer Gewichtszunahme
    (Erbrechen, Abführmittelmissbrauch, Entwässerungstabletten, extreme
    sportliche Betätigung)
  • ständige Beschäftigung mit Gewicht und Figur (krankhafte Angst davor, dick zu werden)

Auswirkungen und Folgen:

  • chron. Halsschmerzen
  • Speiseröhreneinrisse und Magenwandperforationen
  • Zahnschmelzschäden bis zum Zahnverfall
  • Elektrolytentgleisungen (Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen)
  • Schwellung der Speicheldrüsen
  • chron. Verstopfung
  • Störungen des Mineralstoffhaushaltes
  • psychisch: Wenn-Dann-Denken, Selbstabwertung, Rückzug, Selbsthass
    und Depression

Binge- Eating- Disorder

  • Die Diagnostische Unterscheidung zwischen Übergewicht, Adipositas und
    der Ess- Sucht (BED) ist, zum Teil auch für Fachleute, schwer zu treffen.
  • Bei einem Großteil der adipösen Menschen treten wiederholte Ess- Anfälle
    auf, die als Kennzeichen der Binge Eater gelten.
  • Wiederum sind die meisten Binge Eater übergewichtig und/oder werden
    adipös.
  • Im DSM IV wird die Binge Eating- Störung vorerst nur als
    Diagnosevorschlag beschrieben. Weitere Forschungen sind notwendig.

Diagnosekriterien:

  • wiederkehrende Episoden von Heißhungerattacken (mind. 2 x pro Woche
    über sechs Monate)
  • dabei übermäßig schnelles Essen, Schlingen
  • danach Schuldgefühle, Ekel, Selbstvorwürfe, Depressionen
  • Essen ohne Hungergefühl, alleine, heimlich
  • Essen bis zu einem belastenden Völlegefühl
  • kein Versuch Essanfall ungeschehen zu machen

Folgen / Auswirkungen:

  • Belastung Herz-/Kreislaufsystem (Bluthockdruck, verschiedene
    Herzkrankheiten)
  • Organ- und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
  • Skelett- und Gelenkabnutzung
  • erhöhtes Risiko bestimmter Krebserkrankungen (Dickdarm, Brust)
  • psychisch: Resignation, Depression, Selbsthass

Multifaktorielles Ursachengefüge

  • Zur Erklärung von Ess- Störungen gibt es bislang kein einheitliches
    Erklärungsmodell.
  • Weitgehende Einigkeit besteht in der Annahme, dass es sich um ein
    multifaktorelles Ursachengefüge handelt, dass gesellschaftliche,
    soziokulturelle, familiendynamische und persönlichkeitsspezifische
    Bedingungen berücksichtigen.
  • Das Auftreten eines gestörten Ess- Verhaltens, wie auch das von
    suchtartigem Verhalten, wird immer mit einer ausgeprägten Identitäts- und
    Selbstwertproblematik in Zusammenhang gebracht.


Anzeichen einer beginnenden Ess- Störung:

Nicht jede/r „Dünne/r“ ist magersüchtig und nicht jede/r „Dicke/r“
ist ess-süchtig !
Die folgenden Anzeichen sind nicht  als Kennzeichen einer Beurteilung zu
verstehen.
Diagnosen können nur Fachleute durchführen!

Das Mädchen oder der Junge findet sich immer zu dick und lehnt den
Körper ab,

  • Es besteht eine panische Angst zuzunehmen,
  • Das Mädchen oder der Junge hat in den letzten drei Monaten mehr als 6
    Kilogramm abgenommen,
  • Körperliche Veränderungen sind zu sehen,
  • Abführmittel und Mittel zum Abnehmen werden gekauft,
  • Sie/er ist nach dem Essen körperlich aktiv,
  • Das Mädchen oder der Junge geht häufig auf die Toilette.
  • Das Essen ist chaotisch. Mal wird viel, dann wieder wenig gegessen,
  • Leere Lebensmittelpackungen liegen regelmäßig herum,
  • Lebensmittel verschwinden aus dem Kühlschrank,
  • Es fällt dem Mädchen oder dem Jungen schwer, mit dem Essen aufzuhören
  • Lebensmittel werden gehortet,

Was tun??????

1. Vermuten / Erkennen

  • konkrete Beobachtungen
  • Signale der/s Betroffenen wahrnehmen
  • Informationen einholen
  • Eigene Einstellung hinterfragen
  • Mit Vertrauenspersonen sprechen
  • Nicht übereilt handeln

2. Gespräch

  • Ich-Botschaften (Wahrnehmung/Sorge)
  • Infos über Hilfsangebote
  • Kontakt- / Unterstützungsangebot
  • Nichts hinter dem Rücken des Jugendlichen unternehmen
HAUPTZIEL IST DEN JUGENDLICHEN ZU
MOTIVIEREN FACHLICHE HILFE
ANZUNEHMEN

Therapie:

  • Ess- und Genusstraining
  • Verhaltenstherapie
  • Soziales Kompetenztraining
  • Entspannungs- und Selbstwahrnehmungsübungen
  • Kunsttherapie
  • Bearbeitung der Krankheitsursachen

Prävention von Essstörungen:

Risiko:

  • mangelnder Selbstwert
  • Lebensübergänge
  • Definition Person über Optik
  • Negierung negativer Gefühle
  • wenig Anerkennung und
  • Abwertung weibl./männl
  • Grenzüberschreitungen
  • Konfliktausweichung
  • bestehendes gesellschftl.
    Schönheitsideal
  • teils widersprüchliche / überhöhte Anforderungen
  • Leistungs- und Anpassungsdruck
  • Diätangebote
  • fehlende Essensrituale

Schutz:

  • Selbstvertrauen
  • realistische Einschätzung
  • pos. Körperbild
  • Gefühle zulassen, Kommunikation
  • gute Beziehungen und Vorbilder
  • Wertschätzung
  • Abgrenzungen
  • Konfliktfähigkeit, Streitkultur
  • Hinterfragen von
    Schönheitsidealen
  • kritische Auseinandersetzung mit
    den Medien
  • Balance zwischen Spannung und
    Entspannung
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • Genussfähigkeit
  • Ess-Kultur

 

„Essen, was man will, essen, wenn
der Hunger da ist, jeden Bissen
genießen und aufhören, wenn man
satt ist, das ist die beste Prävention.“
(Prof. Susie Orbach)

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Projektkonzept

  • Betroffene Mädchen und Frauen kommen mit
    eigenen Bildern, Texten und ausgewählten
    Musikstücken selbst zu Wort
  • Der Lebenshunger und nicht die Symptome stehen
    im Mittelpunkt
  • Die kreativen Medien ermöglichen einen
    persönlichen und unmittelbaren Zugang zur
    Thematik
  • Ein ganzheitlicher Ansatz für die Prävention und
    Therapie von Essstörungen wird dokumentiert und
    in Begleitseminaren und Arbeitsmaterialien
    vermittelt

Projektziele:

  • Sensibilisierung und Aufklärung über Ess- Störungen
  • Frühzeitige Hilfe
  • Förderung eines positiven Körperbewusstseins und Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Fachliche Fortbildungen und Seminare für
    MultiplikatorInnen
  • Initiierung von lokalen Netzwerken zwischen
    Eltern, PädagogInnen und fachkompetenten Stellen

Zielgruppen:

  • Schulen (ab 7. Klasse aller Schularten)
  • Jugendeinrichtungen
  • Kliniken
  • Behörden, Institutionen, Verbände aus den Bereichen Gesundheit und Pädagogik

Der Ausstellungsaufbau:

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Suchtparcours „Behalt den Durchblick“ im Bürgerhaus

Die Brücke Burghausen e.V., das Jugendbüro Burghausen, die Schulsozialarbeit Burghausen, die Fachambulanz für Suchtkranke des Landkreises Altötting, das Gesundheitsamt und die Fachstelle für Suchtprävention haben sich mit zwei großen Veranstaltungen an der der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ beteiligt.

Den Auftakt bildete der sog. Suchtparcours- „Behalt den Durchblick“. Er fand vom  16.  bis 20. Mai im Bürgerhaus statt und wurde von Hannes Schwankner und seinem Team organisiert. Eingeladen waren alle Schulen des Landkreises und die Auszubildenden des Berufsbildungswerkes (BBIW).

Der „Suchtparcours wurde vom Gesundheitsamt Altötting konzipiert und besteht aus 5 abwechslungsreichen Bereichen, an denen die TeilnehmerInnen und Teilnehmer ab dem 13. Lebensjahr wichtige und interessante Informationen rund um das Thema „Sucht“ erfahren können. Die Stationen wurden von Hannes Schwankner, Anna Lehrhuber, Wolfgang Reiter, Gisela Bergler, Roswitha Graf- Bauer und Karin Schützenberger betreut.  Das Besondere am Suchtparcours ist, dass die Jugendlichen aktiv ihr Wissen erweitern können. Teamarbeit, Kreativität und soziale Kompetenzen sind bei dieser suchtpräventiven Methode entscheidende Fähigkeiten, die die jungen Menschen spielerisch trainieren.

Das Fazit aller Beteiligten war einstimmig positiv und es wird in Zukunft bestimmt weitere Veranstaltungen geben.

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